E-Book oder Druckausgabe?

Selbstverständlich haben sowohl das E-Book als auch die Druckausgabe ihre jeweiligen Vor- und Nachteile, die wir uns anschauen möchten. In diesem Beitrag wollen wir uns ausschließlich auf den privaten Gebrauch konzentrieren. Es soll allerdings weder darum gehen, wortreich den Untergang des gedruckten Buches heraufzubeschwören, noch das E-Book als digitales Teufelswerk zu verschreien. Wovon könnte Ihre Entscheidung also abhängen?

Stellt sich als erstes die Frage nach der Praktikabilität, die wiederum abhängig ist von der jeweiligen Situation, in der gelesen wird. Einige E-Reader bieten die Möglichkeit, zwischen Tag- und Nachtmodus zu wechseln und mit der entsprechend angepassten Helligkeit und Hintergrundfarbe das Lesen sehr angenehm zu machen. Das gilt nicht nur für Sie selbst, sondern manchmal auch für andere, deren Nachtruhe nicht durch Ihre Leselampe empfindlich gestört wird. Dahingegen raschelt ein Taschenbuch Sie mit dem vertrauten Umblättergeräusch und seiner unvergleichlichen Haptik in den Schlaf.

Darüber hinaus mag der Umstand, ob Sie sich beispielsweise unter der Bettdecke oder in einem öffentlich zugänglichen Raum befinden, für die Wahl des Mediums ihrer ausgesuchten Lektüre eventuell eine Rolle spielen. Während Sie den neuesten Erotikroman in den eigenen vier Wänden unbehelligt in der Taschenbuchausgabe verschlingen, freuen Sie sich in einem Zugabteil unter Umständen nicht über die Aufmerksamkeit der Mitreisenden. Leider sind die etwas altmodischen, in solchen Fällen aber durchaus nützlichen Buchhüllen ein wenig aus der Mode gekommen und so beschleicht Sie die Befürchtung, die anderen Fahrgäste könnten sich unter Umständen die langweilige Zeit mit Rückschlüssen vom Buch-Cover auf Ihre persönlichen Präferenzen vertreiben. Es fühlt sich an, als hätte Sie gerade jemand dabei ertappt, wie Sie an der Tür horchen oder durch ein Schlüsselloch schauen. Falls die Mitreisenden Ihre Lektüre so gar nicht interessiert – umso besser. Das E-Book bietet in dieser Hinsicht mehr Intimität, erlaubt es doch dem Leser, seine Inhalte vor den Blicken anderer zu verbergen – Google ausgenommen. Liegt Ihnen der Schutz Ihrer persönlichen Daten mehr am Herzen, als die potenzielle Neugier der Zeitgenossen Sie verunsichert, dann wenden Sie sich an den Buchhändler Ihres Vertrauens.

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Wer als bibliophiler Mensch schon einmal umgezogen ist, beantwortet die Frage nach der Praktikabilität ebenfalls ambivalent. Denn er weiß, welches unglaubliche Gewicht vollgepackte Bücherkisten haben. Gleichwohl wird dieses Wissen dieselbe Person nicht davon abhalten, sich bei nächster Gelegenheit wieder für die Druckausgabe zu entscheiden. Wohl aber könnte unser Bücherfreund sich in einer anderen Situation für das E-Book erwärmen, nämlich wenn es um das Gewicht seines Reisekoffers einerseits und die Aussicht auf einen drohenden Mangel an Lesestoff in einem fremdsprachigen Land andererseits geht. Am Strand lesen ist etwas Wunderbares. Allerdings ist der Kontakt mit Sand nahezu unvermeidlich, wenn Sie sich nicht gerade in einem Paradies aus Kieselsteinen befinden. Sandtechnisch betrachtet ist der Toleranzbereich der Druckausgabe deutlich größer als der des E-Readers, und zwar völlig unabhängig von Umfang und Gewicht des Schriftstückes.

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Gehören Sie auch zu den Menschen, die einen Unterschied zwischen Büchern machen, die Sie bloß konsumieren, und Büchern, die Ihnen etwas bedeuten? Diese Frage hat nämlich einen ganz anderen Hintergrund und zielt nicht nur auf den Beweggrund ab, der uns zum Lesen eines bestimmten Titels veranlasst, sondern auch darauf, was wir im Anschluss an das Leseerlebnis mit ebendiesem Buch vorhaben. Sollte die Antwort auf letztere Frage „Nichts weiter“ lauten, sind Sie mit einem E-Book in jedem Fall gut beraten, wenn Sie weder das Umblättern von Papier noch das vertraute Gewicht in der Hand vermissen. Denn das E-Book wird mitnichten meterweise Platz in Ihrem Bücherregal beanspruchen und Sie irgendwann vor ein Entsorgungsproblem stellen. Möchten Sie jedoch nach geschätzten zwei Stunden Lesezeit einen sichtbaren Fortschritt vor Augen haben, gelingt dies mit der Druckausgabe deutlich besser. Der Block gelesener Seiten vermittelt Ihnen das unvergleichliche Gefühl, in der vergangenen Zeit etwas geleistet zu haben.

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