Literatur 1946

Literatur im Gründerjahr von VINDOBONA

 Im Jahr 1946 wurde nicht nur unser VINDOBONA Verlag gegründet, 1946 war auch das erste Jahr nach dem zweiten Weltkrieg.

Das NS-Regime in Deutschland verfasste eine „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ und organisierte ab 1933 Bücherverbrennungen in Leihbüchereien, Buchhandlungen und Bibliotheken. Die Liste beinhaltete Werke von Landesverrätern, Emigranten, Autoren fremder Völker, Literatur des Marxismus, Kommunismus, Bolschewismus aber auch pazifistische Literatur. Doch vor allem Werke, die Herkunft und Kultur des deutschen Volkes herabsetzten oder eine Gleichstellung aller Völker anstrebte,  den Verbrennungen zum Opfer. So wurden Bücher über Sexualpädagogik und gezielt Schriften von jüdischen Autoren vernichtet.

flickr by Lars Plougmann CC-BY-SA
photo: flickr by Lars Plougmann CC-BY-SA 2.0

Das Ende des Krieges war auch das Ende der Bücherverbrennungen und des Bücherverbotes der Nationalsozialisten. Das Jahr 1946 symbolisiert also auch den Beginn eines neuen Literaturzeitalters. Im Gründungsjahr unseres VINDOBONA Verlags erhielt Hermann Hesse den Nobelpreis für Literatur und in Deutschland wurde der „Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.“ gegründet. Nach der literarischen „Säuberung“ des NS-Regimes, setzt sich dieser Verband bis heute für die Interessen des Archivwesens ein und stellt sicher, dass seine Mitglieder die Gesellschaft und Forschung unterstützen können.

 Man kann also behaupten, dass die Welt im Jahr 1946 neu entstand und mit ihr die „Nachkriegsliteratur“. Die Autoren versuchten einerseits die NS-Diktatur zu verarbeiten, aber andererseits auch zu verdrängen. Aus diesen Nachkriegsautoren formte sich das Netzwerk „Gruppe 47“, das sich einmal pro Jahr traf und sich über Literatur austauschte. Die Veranstaltung bot auch raum für eingeladene Nicht-Mitglieder, um ihre noch unveröffentlichten Werke vorzustellen und galt bald als Talentschmiede. Viele Autoren, zum Beispiel Ilse Aichinger, Heinrich Böll, Paul Celan, Günter Eich, Uwe Johnson und Martin Walser, die später Berühmtheit erlangten, begannen in der Gruppe 47.

flickr by Christopher CC-BY-SA.jpg
photo: flickr by Christopher CC-BY-SA 2.0

 Die Literatur half somit vielen Menschen die schrecklichen Verbrechen des zweiten Weltkriegs zu verarbeiten oder zu verdrängen, und bot den Lesern eine Zukunftsperspektive. Ebenso wie die Gruppe 47 verfolgte auch der VINDOBONA Verlag das Ziel, Literatur zugänglich zu machen, sie zu erschaffen und sie zu erweitern. Dieses Ziel verfolgt er auch 70 Jahre nach seiner Entstehung noch.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s